01 Kursangebote

Kursangebote

Wochenendseminare, Kompaktkurse, Langzeitseminare, Kleingruppenunterricht und Einzeltraining.
Auf Anfrage auch Inhouse-Seminare.

Termine

Regelmäßiges Training

Immer Montags
18:30–20:00

Anfängerinnen und Fortgeschrittene
40,- € Monatsbeitrag
Einstieg jederzeit möglich
Kostenloses Probetraining
Vorher bitte anmelden:
0421 394362

Wing Tsun Schule Bremen

Wochenendseminare

Samstag u. Sonntag
10:00–14:00

Einsteigerkurse
80,- € / 60,- € ermäßigt für Gruppen ab 3 Personen
Termine:
15.+16. Februar 2020
12.+13. September 2020
13.+14. Februar 2021

Wing Tsun Schule Bremen

Hochschulsport

Montags
17:00–18:30

Einsteigerkurse
UNI Bremen – Hochschulsport
Jedes Semester

Wing Tsun Schule Bremen

VHS-Gesundheit

Donnerstags
18:00–19:30

Einsteigerkurs
6 Termine
VHS Bremen – Gesundheit
Jedes Semester

Wing Tsun Schule Bremen

VHS Ost/West/Süd

Samstag u. Sonntag
zw. 9:00–15:15

Einsteigerkurse
VHS Bremen OST/WEST/SÜD
Jedes Semester

In den Räumen der VHS Zweigstellen

02 Selbstverteidigung für Frauen im Überblick

Selbst­verteidigung für Frauen

…für Frauen

Innere Einstellung

Bei der Selbstverteidigung ist schnelles Handeln relevant, da in Notsituationen oft keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Deshalb steht die Handlungsfähigkeit in bedrohlichen Situationen im Mittelpunkt der Kurse. Es geht um effektive Befreiungstechniken, um realistische Gefahreneinschätzung und um Lösungsstrategien im Vorfeld. Die Abwehrtechniken sind recht leicht erlernbar – hauptsächlich wandeln sie die Kraft des Gegners in eine Gegenkraft um. Frauen sollen sich insbesondere gegen größere und kräftigere Gegner durchsetzen lernen.
In einer Auseinandersetzung entscheidet zum großen Teil die innere Einstellung über den Erfolg oder Misserfolg. Stößt ein Aggressor nicht auf Gegenwehr, hat er wenig zu befürchten und er kontrolliert die Situation.

Körperliche Fitness

Wer aber entschlossen ist, sich im Notfall heftig zu wehren, für den Angreifer selbst gefährlich und ungenießbar zu werden, der hat schon viel gewonnen. Angriff ist also die beste Verteidigung, aber auch das muss gelernt sein. Für viele Frauen heißt es erst einmal umdenken und Hemmschwellen überwinden. Übungen mit Schlagpolstern gehören daher zum Trainingsprogramm, um das Vertrauen in die eigenen psychischen und physischen Fähigkeiten zu stärken. Letztlich fördert das Training Selbstvertrauen und Zivilcourage.

Im Unterricht werden körperliche und geistige Lösungswege gleichermaßen durchgespielt. Intensives, praxisorientiertes Üben macht Dich handlungsfähiger, weil Körper und Geist mit verschiedensten Situationen vertraut gemacht werden, bevor etwas passiert. Du wirst wachsamer. Schaust genauer hin. Dein Wissen, dass Du im Notfall Antworten und Techniken parat haben wirst, weil Du sie geübt hast, macht Dich zuversichtlicher, selbstsicherer und gelassener im Alltag.

Lerninhalte im Überblick

  • Schnellere Analyse von Situationen
  • Schulung des Überblicks
  • Wechselspiel von Nähe und Distanz
  • Körpersprache
  • Körperspannung
  • Verbesserung des Reaktionsvermögens
  • Training der Reflexe
  • Ausnutzen der gegnerischen Kraft
  • Vermeidung oder Nutzung von Überraschungsmomenten


03 Kursinhalte

Kursinhalte

Selbst­bewusstsein im Alltag ausstrahlen


Täter beobachten ihre vermeint­lichen Opfer meist länger, bevor sie zur Tat schreiten. Das Gros der Täter scheut Risiken. Daher werden sie Frauen, die Selbst­bewusstsein ausstrahlen, eher meiden.

Die allermeisten Botschaften, die wir aussenden, sind nichtsprachlicher Natur, denn Körpersignale werden deutlich schneller gesendet und verstanden als gesprochene Sprache. Nonverbale Signale wie ein erhobener Kopf, eine aufrechte Haltung, gestraffte Schultern, ein schulterbreiter Stand, ein wacher, beobachtender Blick, eine kraftvolle Stimme signalisieren Wachsamkeit, Entschlossenheit und Wehrhaftigkeit. Keine leichte Beute…

Wir senden und empfangen

65

Prozent über die Körpersprache

25

Prozent über die Tonlage

10

Prozent über das gesprochene Wort


Sinne schärfen

Hör auf Deinen Instinkt

Übergriffe, sexuelle Belästigung und Gewalt an Frauen sind alles andere als selten.
Hör auf Deinen Instinkt. Wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass etwas nicht stimmt, sei wachsam. Hellhörig. Lass dich nicht isolieren.
Im Training lernst du typische Verhaltensmuster von Tätern kennen sowie häufige „Fehler“ von Opfern. Lerne, entsprechende Signale wahrzunehmen, „schwache“ Verteidigungsstrategien abzulegen und Angreifer zu überraschen.


Klare Botschaft senden

Senden, was er sehen soll

Strahle kraftvolle Signale aus, die nicht misszuverstehen sind – nonverbal wie verbal. Lenke, was ein Angreifer von dir sehen und halten soll. Lerne, in die Augen zu sehen, dich frontal zu stellen und Größe zu zeigen. Lerne die Kontrolle über die Situation zu gewinnen und die Nähe und den Abstand selbst zu bestimmen.


Klare Ansage machen

Sagen, was er tun soll

Wenn nonverbale Signale nicht ausreichen, musst du klare Ansagen im passenden Tonfall machen können. Im Training lernst du Befehle zu geben und dabei glaubwürdig zu sein. Du lernst, Macht auszustrahlen. Du erlebst, wie es ist, unangenehme Blicke oder Sprüche auszuhalten und dich auch gegen Widerstände durchzusetzen. Erweitere dein Verhaltensrepertoire und befähige dich, dieses flexibel einzusetzen. Wechselseitigen Respekt kann man nicht immer voraussetzen. Manchmal muss man sich Respekt verschaffen.


Das Nein-Sagen üben

„Nein!“ ist ein vollständiger Satz

In der Regel sind wir so erzogen, dass wir Bitten oder freundlichen Aufforderungen nachkommen. Im Training übst Du dagegen, NEIN zu sagen. Fühle NEIN. Denke NEIN. Strahle NEIN aus. Sei NEIN. NEIN.


Ein schöner Trailer zu diesem Thema

Nein sagen ohne Worte. Auf Deine Energie kommt es an.


Austricksen und Schneller sein

Das Märchen von Hase und Igel

Bei einer zufälligen Begegnung macht sich der Hase über die schiefen Beine des Igels lustig, woraufhin ihn dieser zu einem Wettrennen herausfordert, um den Einsatz eines Goldtalers und einer Flasche Branntwein. Bei der späteren Durchführung des Rennens auf einem Acker läuft der Igel nur beim Start ein paar Schritte, hat aber am Ende der Ackerfurche seine ihm zum Verwechseln ähnlich sehende Frau platziert. Als der siegesgewisse Hase heranstürmt, erhebt sich die Frau des Igels und ruft ihm zu: „Ich bin schon hier!“. Dem Hasen ist die Niederlage unbegreiflich, er verlangt Revanche und führt insgesamt 73 Läufe mit stets demselben Ergebnis durch. Beim 74. Rennen bricht er erschöpft zusammen und stirbt.

Normalerweise hat im Konfliktfall derjenige einen klaren Vorteil, der den Angriff beginnt. Ein Kernelement von Wing Tsun ist jedoch, begonnene Aktionen des Gegners mit bewussten Gegenaktionen zu unterbrechen und so die Trägheit seines Denkens auszunutzen.


Das Training zu diesem Thema

Das Gehirn benötigt also Zeit zum Umschalten. Diese kurzen Phasen gilt es zu provozieren und auszunutzen. Wie im Märchen „Hase und Igel“ bleiben vermeintlich stärkere Gegner zunächst bei ihrem einmal eingeschlagenen Bewegungsablauf. Du aber trickst und tust Dinge, mit denen Dein Gegner nie gerechnet hat – und gewinnst dadurch die Oberhand.

Wir trainieren daher intensiv, den Gegner mit überraschenden Gegen­aktionen aus seinem Konzept zu bringen und ihn schneller zu kontern, als er (um-)denken kann (siehe auch Drehtüreffekt unter WING TSUN Kampfstil).


Abstand halten

Schnell stoßen – und weg!


04 Techniken

Techniken

Befreiungs­techniken

Erst Körper­spannung, dann los!

Magst du auch noch so wachsam sein – niemand ist vor Überraschungen sicher. Aus diesem Grund spielen unter­schiedliche Befreiungs­techniken eine zentrale Rolle im Wing Tsun. Diese Techniken solltest Du über das Training hinaus üben, üben, üben, bis Du sie im Schlaf beherrschst. Erst nach einer Selbstbefreiung kannst du (wieder) entscheiden, ob du kämpfst oder den Abstand suchst.


Kampftechniken

Treten Boxen Stechen – Augen Hals Hoden Knie

Ist die Situation gefährlich, lasse keine Pause zwischen Befreiungstechnik und Angriffstechnik. Ziele nur auf verletzliche Stellen. Kettenfauststöße an die Kehle, Fingerstiche in die Augen, Tritte in die Eier und gegen das Knie.

Deine Schlagkraft solltest Du üben – Schlagkrafttraining an Polstern gehört zu jeder Unterrichtseinheit. Von nichts kommt nichts. Wenn Du im Training auch mal das Polster hältst wirst Du überrascht sein, wieviel Power in Boxhieben oder Tritten von zierlichen Personen stecken kann. Das Polstertraining baut Schlaghemmungen ab, zeigt Dir welche Techniken Deine Stärken sind und fördert Dein Selbstbewusstsein enorm.


Jedes Mittel ist recht

Aufrüsten erlaubt

Ist ein Kampf unumgänglich, gilt nur noch die Devise: Ich oder Er. Ohne Zögern, ohne Unterlass, ohne Rücksicht muss ich so lange kämpfen, bis der Angreifer von mir ablässt. Hierzu ist jedes Mittel recht. Mein Kampf muss schnell und sicher sein, denn, wenn der Gegner noch einmal zum Zuge kommt, ist er vorgewarnt. Ich darf also keine Angst vor meiner Angst haben. Trau Dich!

Waffen
Im Allgemeinen gilt die Warnung: wer eine Waffe einsetzt, muss auch damit rechnen, dass sie im schlimmsten Fall gegen ihn selbst gerichtet wird.

Jedoch ist das aus meiner langjährigen Erfahrung bei Alltagsgegenständen (z.B. Kugelschreiber, Schlüssel, Reizgas) noch nie vorgekommen.
Teilnehmer sind zunächst immer wieder überrascht, was sie alles als Waffe verwenden können.


Flucht

Immer mit offenen Augen

Auch Flucht kann dem eigenen Schutz dienen, vor allem wenn sie nicht blindlings erfolgt. Ziel einer Flucht muss sein, Zeit und Überblick zu gewinnen und so die eigene Sicherheit zu erhöhen.
Dazu zählt die Fähigkeit, Unterstützung zu finden sowie mit wenigen Blicken ein Gelände zu sondieren. Dinge auszumachen, hinter denen man Schutz suchen und so den Zugriff durch einen Verfolger erschweren kann (parkende Autos). Hindernisse sowie strategisch günstige Orte zu identifizieren (nach Verteidigungs- und Angriffskriterien) Gegenstände zu nutzen, die als Waffe eingesetzt werden können.
Im Training spielen wir daher auch immer Verhaltensstrategien für eine Flucht durch.


Die innere Einstellung

Doping für die Seele

Halte Deine Motivation und Deine Körperspannung mit ICH-Botschaften auf Trab. Konsequente Selbstbestätigungen („ich kann das, ich bin stark, ich bin vorbereitet“) verändern im Laufe der Zeit Deinen Glauben an Dich selbst. Mithilfe von Autosuggestion lassen sich das Unterbewusstsein, innere Einstellungen oder auch sportliche Fähigkeiten trainieren. Dein Selbstvertrauen nimmt zu, wenn Du Dir immer wieder die erlernten Fähigkeiten vor Augen führst und Szenen durchspielst.

Gedankliche Wiederholung
Der Körper verinnerlicht und trainiert durch gedankliche Wiederholung Bewegungsabläufe, ohne sie aktiv ausführen zu müssen – eine perfekte Ergänzung zum praktischen Training, wie auch Leistungssportler wissen. Gefahren verlieren einen Teil ihres Schreckens, wenn Du glaubst, sie beherrschen zu können. Deine Körperspannung sendet in der Folge Botschaften an Deine Außenwelt: „die Frau weiß sich zu behaupten, die ist selbstbewusst“.

05 Leitsätze

Meine Leitsätze

Der Gefahr ins Auge sehen und sich ihr stellen kostet Mut – aber es lohnt sich, denn viele Täter lassen von ihrem Vorhaben ab, wenn sie keine ängstlichen Opfer vor sich haben.

Entdecke deine Kraft!
Du kannst mehr als Du denkst
Ich kratze Dir die Augen aus, wie eine Katze
Den Tätern die Opfer wegnehmen -
die werden sich wundern
Sei mutig, laut und wild
Im Notfall die richtige Lösung parat haben -
das kannst du trainieren
Kämpfen üben schafft Selbstbewusstsein
DEINE Energie ist entscheidend
Vertraue Deinen Instinkten –
wann ist Flucht sinnvoll und wann Kampf?
Wachsamkeit, Entschlossenheit, Selbstvertrauen, Konsequenz
Ich kämpfe wie eine Löwin, wenn es sein muss
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06 Presse

Presse

Stadtteil Kurier 05.05.2008

Weser Kurier 9.11.2001

Radio Interview
Funkhaus Europa, 2016

Zu den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln

Radio Interview
Radio Bremen, 2005

Über meine Selbstverteidigungskurse für Frauen

ZDF Doku

Selbstverteidigung für Frauen

Oder Kung Fu

Film von Cathrin Weißkopf

07 FAQs

FAQs

Häufig gestellte Fragen zu Wing Tsun

  • Wie lange muss man üben, um sich sicher sein zu können?
    Sicher bin ich nie. Nur weil ich Wing Tsun kann, bin ich nicht unverwundbar, aber vielleicht hilft Euch diese Antwort vorerst: Ich wusste so ungefähr nach einem Jahr mit Sicherheit, dass mich ein einzelner Mann nicht mehr festhalten oder wegschleifen könnte.
  • Eignet sich Wing Tsun besser zum Angriff oder zur Verteidigung?
    Beides, das ist ja das Besondere am WT, denn der Angriff ist die Verteidigung. Gleichzeitig, sozusagen.
  • Wie schaffe ich es, in einer gefährlichen Situation auch richtig zu reagieren?
    Überhaupt Reagieren ist wichtig. Vielleicht habt Ihr schon ein paar Ideen aus dem Alltag. Wie effektiv Eure Reaktion dann ausfällt, liegt an der erlernten Technik. Je mehr Ideen Ihr parat habt, desto mehr Handlungsmöglichkeiten stehen Euch in der Not zur Verfügung. Technik, Reflexe, Instinkte, Schnelligkeit…  werden im Training sowohl theoretisch als auch praktisch eingeübt. (Vollkontakt)
  • Wie trainiere ich die Reaktion, wenn jemand willkürlich und überraschend zuschlägt?
    Im Training wird jede Partnerübung immer mit verschiedenen Angriffsvariationen kombiniert, so dass die Verteidigungsreflexe auch auf unabgesprochene Angriffe reagieren.
  • Wie wirksam ist diese Technik?
    Wer sich mit Wing Tsun konsequent und zielgenau wehrt, kann den Gegner in wenigen Sekunden ausschalten. Wir attackieren dabei die verletzlichsten Körperstellen um auf Nummer Sicher zu gehen (Augen, Hals, Hoden, Knie). Schließlich können wir uns im Ernstfall nicht auf Einsicht und Fairness, oder Trägheit eines Gegners verlassen, also übernehmen wir lieber selbst die Initiative und treiben den Angreifer in die Defensive. Wir drehen den Spieß um und werden ihm gefährlich.
  • Was unterscheidet Wing Tsun von anderen Kampfsportarten?
    Wing Tsun ist keine Kampfsportart, sondern eine Kampfkunst. Die Kunst des Kampfes an sich, sie ist also nicht auf bestimmte Regeln oder Techniken beschränkt, sondern frei von Stilarten, Ideenreichtum oder Kampferfahrung anderer. Wing Tsun ist ein Kampf- System das  in sich geschlossen auf alles eine Antwort hat. Natürlich lernt man in einem normalen Wing Tsunler- Leben nur Bruchstücke dieses ausgefeilten Systems kennen, aber es ist logisch aufgebaut und hilft von Anfang an, die eigenen Möglichkeiten zur Selbstverteidigung zu steigern. Beherzigt man bestimmte Prinzipien, kommt man oft selbst auf die richtige Lösung. Da wir mit dem Angriffsschwung des Gegners zurückschlagen, wäre eine solche Methode für Wettkämpfe viel zu gefährlich. Im Wing Tsun benutzen wir wirklich unangenehme Mittel, die allesamt wegen ihrer Gefährlichkeit bei den Kampfsportarten im Ring verboten sind (Augenstiche, Tiefschläge, Ellbogen, Knie etc.). Ein bisschen Wing Tsun geht nicht, daher gibt es, auch Wing Tsun intern, keine öffentlichen Wettkämpfe. Bei einem Turnier würde ja kaum einer übrig bleiben, der nicht schwer verletzt würde. Also anwendbar ist WT wirklich nur in Notfällen zur Selbstverteidigung
  • Kann man bestimmte Grade erreichen (entsprechend den Gürteln bei Judo)? Ja das schon, aber die Prüfungen beschränken sich auf Technik- und Reflexverhalten, in Angriffsübungen mit gepolsterten Gegnern und harmloseren Trefferflächen und mit abgedämpfter Trainingsstärke (statt auf den Hals zu schmettern wird mit Handschuhen und Schutzpolstern auf den Brustkorb gezielt – im Ernstfall kann man wieder etwas höher und fester zuschlagen) es ist wichtig, dass man gezielt trifft und selbst verschont bleibt. Die Graduierungen sind ansonsten genauso gestaffelt wie in den anderen asiatischen Kampfstilen und gehen ins Unermessliche (nicht vorzustellen was man alles noch lernen könnte).
  • In welchem Alter sollte man damit anfangen bzw. wie groß muss man sein? Also mindestens 1,80 und mit 16 seid Ihr schon zu alt…Nee, also wirklich, die Größe ist egal und ebenso das Alter. Einschränkungen gibt es nur bei Kindern. Sie sollten einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben.  
  • Gibt es Beispiele, wo WT erfolgreich angewandt wurde?
    Bestimmt ganz viele. Das Schöne ist, auch hier beginnen die Erfolge im Kleinen und vielleicht unbemerkt, denn wenn jemand auf Grund seiner kämpferischen Möglichkeiten gar nicht erst kämpfen muss, weil er selbstsicher und umsichtig im Vorfeld  reagieren konnte, ist das schließlich auch ein Erfolg der auf Wing Tsun basiert. Komisch, dass ich früher viel häufiger in wirklich heikle und gefährliche Situationen geriet, bevor ich Wing Tsun lernte – oder?
  • Gibt es ein Handbuch bzw. Literatur?
    Ja, viele kaufen sich am Anfang das Buch zur 1. Form „Siu Nim Tau“, um zu Hause zu üben. Weitere Wing Tsun Literatur findet ihr bei den Links. Das Best Of ist auf jeden Fall das Blitzdefence Buch für Frauen „Verteidige Dich“ von Keith R. Kernspecht, inklusive DVD, welches ein prima Nachschlagewerk für die Zeit nach einem Wing Tsun Schnupperkurs sein kann.
  • Ist WT im Herkunftsland noch populär?
    Ja. Leung Ting ist unser chinesischer  Großmeister mit der höchsten Graduierung.
  • Warum die Unterscheidung für Frauen, gibt es das auch für Männer?
    Ein speziell auf Frauen und die Gefahren bei einem kräftigen Mann als Angreifer zugeschnittenes Trainingsprogramm führt schneller zu Erfolgen, als würde man diesen Kräfteunterschied lange Zeit außer Acht lassen und nur in den gleichen Gewichtsklassen denken. Nie würde ich sagen, es macht keinen Unterschied, ob ein großer kräftiger Gegner vor Dir steht oder eher ein Leichtgewicht. Von der erlernten WT- Technik her spielt es tatsächlich keine Rolle, da ich nicht gegen die Kraft ankämpfe die der Gegner mitbringt-  ich lasse sie ihm, ich lasse ihn genau dahinschlagen wo er hinschlagen wollte, nur dass ich dann nicht mehr dort bin  wo er hingeschlagen hat… somit trifft er mich auch nicht. Aber moralisch und psychisch gesehen habe ich sicherlich mehr Angst und werde vielleicht unsicher bei einem viel größeren Gegner. Aber hilft ja nix, auch ein kräftiger Täter hört nicht auf Betteln oder Flehen, er wird erst aufhören, wenn ihm selbst was weh tut. Mein Tip: genau zielen und von vorn herein zu fieseren Mitteln greifen um auf Nummer Sicher zu gehen.
  • Reicht ein Semesterkurs um sich verteidigen zu können oder muss man das weiter üben?  
    Nach einem Einsteigerkurs habt ihr bereits so viele Ideen und Möglichkeiten erfahren, dass alleine das hilft, um euch besser wehren zu können, als vorher. Am besten misst man sich nicht an anderen, sondern immer an sich selbst. Ihr werdet mit jedem Training eure Fähigkeiten steigern. Besser werden kann man immer. Sicher sein kann man nie.
  • Gibt es ein Fortsetzungskurs?
    Als optimale Fortsetzung empfehle ich meine feste Frauenklasse jeden Montag 18:30 in der Wing Tsun Schule
  • Was bedeutet WT eigentlich?
    Diese beiden Buchstaben sind die offizielle copyright- geschützte Abkürzung für Wing Tsun und zwar mit Leung Ting als Oberhaupt und Yip Man als sein Lehrer. Großmeister Keith R. Kernspecht ist der Meisterschüler von Leung Ting und selbst das Oberhaupt der EWTO (Europäischen Wing Tsun Organisation). Alle WT– Schulen gehören zu dieser Organisation (bisschen aufpassen, wenn Ihr andere Abkürzungen für Wing Tsun seht bzw. wenn sich das Wing Tsun anders schreibt, dann habt Ihr nicht mehr die Gewähr des Original Stammbaums). Oder war Deine Frage anders gemeint und Du meinst die Übersetzung ins Deutsche? Wing Tsun heißt Schöner Frühling und ist schlicht der Name der ersten Meisterschülerin von Ng Mui der Kampfnonne aus dem Shaolin Kloster (siehe Link: Geschichte).
  • Wie häufig ist das optimale Training?
    Wo wir gerade bei den Ursprüngen und den Traditionen waren, wäre ein tägliches Training von Morgens bis Abends das optimalste. Da es hier in Europa nicht mehr so viele Kloster für solch eine Optimierung oder gar so viele Meister für angehende Meisterschüler gibt, hängt das von euren Trainern und euerm Geldbeutel ab. Als Privatschüler lernt man natürlich am intensivsten, aber in der Regel kommt man mit zwei mal die Woche Training auch recht gut voran.
  • Reicht immer die Kraft des Angreifers aus, um sich zu verteidigen (zur Mitbenutzung), oder ist manchmal auch extra Krafttraining nötig, z.B. beim Kettenfaustschlag?
    Um auch noch eigene Kraft hinzuzufügen, kann ich das Üben der Kettenfauststöße und Tritte (in die Luft oder gegen entsprechende Polster) empfehlen. Einfach die Anzahl steigern und Ihr werdet Kräftemäßig ganz automatisch Erfolge haben. In ein Fitnessstudio braucht man dafür also nicht extra zu gehen.
  • Kann man in Zeit ausdrücken, ab wann Wing Tsun bzw. Abwehrreaktionen als Reflex vorhanden sind? Wie oft Training pro Woche ist ausreichend, um möglichst schnell Reflexe zu entwickeln?
    Die Reflexe zu trainieren ist in der Tat nicht so leicht und braucht mehr Zeit, bzw. ein spezielleres Training. Das Chi- Sau Training (klebende Arme), ist ein fester Bestandteil des WT, in dem es um taktile Reize geht.
    Nach drei Jahren (nicht stöhnen. Schreiben lernen hat länger gedauert, und hält ein Leben lang…) sitzen dann schon ein paar gut trainierte Reflexe.
  • Wenn ich sehr dünne Knochen habe und an sich wenig Kraft, lohnt es sich für mich überhaupt?
    Wing Tsun ist ein sogenannter „weicher Stil“, das heißt, wenn man es richtig macht knallen nicht Knochen gegen Knochen, oder Kraft gegen Kraft. Bewegungen sind meist rund (Drehtür) und „böse Kräfte“ werden umgeleitet (wie es in den Wald ruft, schallt es wieder raus). Wenn die Technik stimmt, kann man als alter Greis unbesiegbar sein (wie Yip Man, unser verstorbener Großmeister). Abgesehen davon hält regelmäßiges Training fit und stärkt auch die Muskelpartien um die schwachen Knochen herum (auch hier spielt Alter keine Rolle, da die Bewegungen nicht akrobatisch oder konditionell abhängig sind). Gesund für Körper und Geist. Das lohnt sich doch immer…
    In jedem Fall aber ist der Weg das Ziel. Auf dem Weg lernst Du jedes mal dazu. Du stärkst Dein Selbstbewusstsein und Deine Souveränität in heiklen Lagen. Dein Geist wird wachsam, Dein Körper stark und Deine Möglichkeiten vielfältig. Schwache Knochen wenig Kraft, oder andere Handicaps mögen vielleicht im Vergleich zu anderen erst mal ein Nachteil darstellen, aber nach ein paar Jahren Training hast Du es vergessen. Dünne Knochen? Was war das denn… Die Technik entscheidet.