04 Techniken

Techniken

Befreiungs­techniken

Erst Körper­spannung, dann los!

Magst du auch noch so wachsam sein – niemand ist vor Überraschungen sicher. Aus diesem Grund spielen unter­schiedliche Befreiungs­techniken eine zentrale Rolle im Wing Tsun. Diese Techniken solltest Du über das Training hinaus üben, üben, üben, bis Du sie im Schlaf beherrschst. Erst nach einer Selbstbefreiung kannst du (wieder) entscheiden, ob du kämpfst oder den Abstand suchst.


Kampftechniken

Treten Boxen Stechen – Augen Hals Hoden Knie

Ist die Situation gefährlich, lasse keine Pause zwischen Befreiungstechnik und Angriffstechnik. Ziele nur auf verletzliche Stellen. Kettenfauststöße an die Kehle, Fingerstiche in die Augen, Tritte in die Eier und gegen das Knie.

Deine Schlagkraft solltest Du üben – Schlagkrafttraining an Polstern gehört zu jeder Unterrichtseinheit. Von nichts kommt nichts. Wenn Du im Training auch mal das Polster hältst wirst Du überrascht sein, wieviel Power in Boxhieben oder Tritten von zierlichen Personen stecken kann. Das Polstertraining baut Schlaghemmungen ab, zeigt Dir welche Techniken Deine Stärken sind und fördert Dein Selbstbewusstsein enorm.


Jedes Mittel ist recht

Aufrüsten erlaubt

Ist ein Kampf unumgänglich, gilt nur noch die Devise: Ich oder Er. Ohne Zögern, ohne Unterlass, ohne Rücksicht muss ich so lange kämpfen, bis der Angreifer von mir ablässt. Hierzu ist jedes Mittel recht. Mein Kampf muss schnell und sicher sein, denn, wenn der Gegner noch einmal zum Zuge kommt, ist er vorgewarnt. Ich darf also keine Angst vor meiner Angst haben. Trau Dich!

Waffen
Im Allgemeinen gilt die Warnung: wer eine Waffe einsetzt, muss auch damit rechnen, dass sie im schlimmsten Fall gegen ihn selbst gerichtet wird.

Jedoch ist das aus meiner langjährigen Erfahrung bei Alltagsgegenständen (z.B. Kugelschreiber, Schlüssel, Reizgas) noch nie vorgekommen.
Teilnehmer sind zunächst immer wieder überrascht, was sie alles als Waffe verwenden können.


Flucht

Immer mit offenen Augen

Auch Flucht kann dem eigenen Schutz dienen, vor allem wenn sie nicht blindlings erfolgt. Ziel einer Flucht muss sein, Zeit und Überblick zu gewinnen und so die eigene Sicherheit zu erhöhen.
Dazu zählt die Fähigkeit, Unterstützung zu finden sowie mit wenigen Blicken ein Gelände zu sondieren. Dinge auszumachen, hinter denen man Schutz suchen und so den Zugriff durch einen Verfolger erschweren kann (parkende Autos). Hindernisse sowie strategisch günstige Orte zu identifizieren (nach Verteidigungs- und Angriffskriterien) Gegenstände zu nutzen, die als Waffe eingesetzt werden können.
Im Training spielen wir daher auch immer Verhaltensstrategien für eine Flucht durch.


Die innere Einstellung

Doping für die Seele

Halte Deine Motivation und Deine Körperspannung mit ICH-Botschaften auf Trab. Konsequente Selbstbestätigungen („ich kann das, ich bin stark, ich bin vorbereitet“) verändern im Laufe der Zeit Deinen Glauben an Dich selbst. Mithilfe von Autosuggestion lassen sich das Unterbewusstsein, innere Einstellungen oder auch sportliche Fähigkeiten trainieren. Dein Selbstvertrauen nimmt zu, wenn Du Dir immer wieder die erlernten Fähigkeiten vor Augen führst und Szenen durchspielst.

Gedankliche Wiederholung
Der Körper verinnerlicht und trainiert durch gedankliche Wiederholung Bewegungsabläufe, ohne sie aktiv ausführen zu müssen – eine perfekte Ergänzung zum praktischen Training, wie auch Leistungssportler wissen. Gefahren verlieren einen Teil ihres Schreckens, wenn Du glaubst, sie beherrschen zu können. Deine Körperspannung sendet in der Folge Botschaften an Deine Außenwelt: „die Frau weiß sich zu behaupten, die ist selbstbewusst“.

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